Zwei Riesen aus Übersee – Google erwägt Kauf von Yahoo

Der ehemalige Internetprimus Yahoo steckt seit Jahren in einer Krise. Immer wieder gibt es Gerüchte, dass das Unternehmen verkauft werden soll. Die Aktienpreise sind relativ stark gesunken und pendeln derzeit bei ca. 12 Dollar. Als Interessenten für einen Kauf kommen nur zwei ernsthaft infrage. Zum einen Microsoft, das mit Yahoo eine langfristige Kooperation eingegangen ist und die Bing-Suche auch über Yahoo ausgibt. Zum anderen Google. Google hatte bereits vor einigen Jahren versucht, mit Yahoo eine gemeinsame Suche zu realisieren. Das ist aber gescheitert, da es kartellrechtliche Bedenken gab. Laut einem Bericht des Wall Street Journals klopft Google aber derzeit Rahmenbedingungen ab, um Yahoo übernehmen zu können.

Es scheint unwahrscheinlich, dass eine Fusion von Google und Yahoo oder ein Kauf möglich wird. Die Marktstellung wäre zu dominant, sodass die amerikanischen Kartellbehörden die Übernahme nicht genehmigen dürften. Mögliche Wege sind vielleicht Beteiligungsgesellschaften, an denen Google nur einen Anteil hält. Vielleicht „muss“ Google aber möglicherweise „offiziell“ über einen Kauf nachdenken, weil angeblich auch Microsoft Interesse an einer Übernahme von Yahoo haben soll. In diesem Fall würde sich das Marktgefüge deutlich verändern, denn Yahoo und Bing haben in Nordamerika anders als in Europa beide durchaus noch ein Gewicht als Google-Konkurrenz.

Wenn Yahoo verkauft werden sollte, wird ganz am Ende möglicherweise auch die Suchmaschinenoptimierung andere Schwerpunkte erfordern. Gelingt es beispielsweise Microsoft, Yahoo zu übernehmen, könnte das Unternehmen mit der Suchmaschine Bing dem Platzhirsch Google einige Marktanteile streitig machen und vielleicht auch in Europa besser Fuß fassen. Gelingt es Google, die Übernahme zu verhindern oder Yahoo selbst zu kaufen, manifestiert das Unternehmen seine dominante Stellung. Dann wäre die Suchmaschinenoptimierung im europäischen und nordamerikanischen Raum endgültig „Google-Raum“. Das Unternehmen hätte dann die Möglichkeit, Bereiche wie die Anzeigenschaltung in der Suche, die Generierung von Besucherströmen oder die Verbreitung von Anwendungen wie Kartenfunktionen noch stärker zu bestimmen und im eigenen Interesse maßgeblich zu lenken.

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